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Überwinterungsgäste aufgenommen ...

In diesen Winter sind uns hier in der Stadt auf unseren abendlichen Runden mit "Gretchen" (Zwergschnauzerdame) durch das Wohnquartier trotz fortgeschrittener Jahreszeit und tiefen Temperaturen auf den Rasenflächen zwischen der Bebauung zwei stachelige Gesellen über den Weg gelaufen, die offensichtlich in Not waren. Wir haben uns daher entschieden, zwei aufzunehmen und durch den Winter zu bringen, zumal wir von Igelfreunden erfahren haben, dass die Igelstationen diesen Winter bereits stark belastet sind.

Den ersten Igel, der sich später als männlich herausstellte und von uns Herbert genannt wurde, haben wir am 18. November 2021 um 18.15 Uhr auf einer kleinen Rasenfläche neben einer befahrenen Straße aufgefunden. Er wog bei Aufnahme lediglich 236 g, war zudem von reichlich Außen- und Innenparasiten (Zecken, Flöhe, Milben) befallen und ausgetrocknet, wie man an den sehr hellen Schleimhäuten erkennen konnte.


Herbert ist ein Jungigel aus einem für die Jahreszeit zu späten Wurf. Mit seinem geringen Gewicht wäre er wohl kaum durch den Winter gekommen und vermutlich schlicht im Schlaf verhungert. Ebenso wie später auch bei Willi habe ich ihm mehrere Zecken entfernt, die Flöhe erfolgreich bekämpft und sodann an fünf Tagen eine Wurmkur in das Fressen gegeben. Mit einem nachfolgenden Bad wurde dann sein Stachelkleid mit den toten Parasiten und reichlich Floheiern ausgewaschen. Als besonderes Problem besteht bei Herbert ein starker sich ständig erweiternder Milbenbefall, der bereits seinen gesamten Bauchbereich erfasst hat. Weite Teile der Haut sind dort bereits abgestorben und lösen sich in Fetzen ab.

Unseren zweiten Igel, der sich ebenfalls als männlich herausstellte, haben wir Willi genannt und am 15.12.2021 auf einer Rasenfläche aufgefunden. Er ist ein Altigel und wog mit 580 g auch deutlich mehr als Herbert. Aber er war stark ausgekühlt und fast bewegungslos. Vermutlich ist er aus dem Winterschlaf aufgescheucht und sein Nest zerstört worden, da dort, wo wir ihn aufgefunden haben, eine größere Baustelle eingerichtet und dabei auch die Bepflanzung teilweise entfernt oder stark zurückgeschnitten wurde. Auf seiner Suche nach einem neuen Unterschlupf ist er wohl bis zur Erschöpfung erfolglos umhergeirrt.


Inzwischen haben beide einen eigenen Karton mit Schlafhäuschen erhalten und können per Webcam überwacht werden. Wie auf dem nachfolgenden Clip zu sehen, genießen sie beide darin einträchtig ihre nächtliche Mahlzeit. Den Tag verschlafen sie dann in ihren mit reichlich Toiletten- und Küchenpapier ausgepolsterten Häuschen.


Bevor unsere beiden stacheligen Gäste in den Winterschlaf gehen können, müssen sie noch Gewicht zulegen und insbesondere Herbert wegen des Milbenbefalls behandelt werden.

22. Dezember 2021